MIA

2012

Bei MIA handelt es sich um ein 60 qm grosses Wohnmodul, das dazu fähig ist, in seinem Inneren bis zu vier Personen bequem aufzunehmen, wobei das Raumangebot dem einer traditionellen 100qm Wohnung in nichts nachsteht. Das Geheimnis besteht vielmehr darin, bestimmten häuslichen Arealen nur so viel Platz einzuräumen, wie diese wirklich benötigen. MIA ist dank eines an der Decke angebrachten Verschiebesystems in der Lage, die internen Räumlichkeiten je nach Notwendigkeit zu verändern, zu komprimieren oder auch auszudehnen.

Wissenschafts- und Technologiepol, Bozen

2007

Hauptmerkmal des gesamten Projektes ist der Wille, eine bauliche Massnahme zu entwer-fen, die einerseits Rücksicht auf den industriearchäologischen Kontext nimmt und ande-rerseits nicht auf die Notwendigkeit verzichtet, einen neuen Komplex zu planen, der auch optisch als Zeichen für dessen neue und innovative Funktion steht. Das Institut für Innovative Technologien erstreckt sich wie ein futuristisches Schiff über das gesamte Baulos, wobei es an die Idee von Freiheit erinnert; in diesem Bau wird der Produktionszyklus, der stark an der klassischen Idee von "Fabrik" verankert ist, schwerelos und abstrakt und findet auf dem Bug, der über dem Bestehenden schwebt, Halt und Zuflucht. Eine "Neue" Arche demnach, die durch Experiment und technische Forschung zwischen alten Gebäuden, die in gar nicht so weiter Vergangenheit noch dieselbe Aufgabe hatten, auf Grund gesetzt wird. Sie erscheint wie ein zu Boden gefallener Monolith im Sinne von Kubrick und ist beinahe mit Nachdruck zwischen die bestehenden Gebäude gezwängt. Das Gebäude stellt eine ideale Brücke dar, ein übergangselement, es durchdringt den Menschen, der Erfahrungen macht (die Arbeiter), vom Primitiven (metaphorisch dargestellt von den Werkstätten, die an eine zur Vergangenheit gehörende Handwerklichkeit gebunden sind) zum hoch entwickelten Menschen (der schwebende Punkt, der in Richtung einer höheren Weisheit projiziert wird). Das Gebäude kann auch als "Arche der Allianz" zwischen Mensch und Technologie, zwischen Tradition und Innovation, zwischen Pragmatismus (Werkstätten) und Empiri-smus (Laboratorien), zwischen den Idealvorstellungen der Architektur und den konkreten Sachverhalten der Industriefertigung verstanden werden. Diese Konzepte bringen sich dreidimensional und auf essentielle und saubere Art und Weise in ein lineares und klares Gebäude ein, in einem schwarzen, durch eine mutige Geste an den Enden abgeschnittenen Quader, der dadurch in die Höhe zu streben scheint. Die Struktur implodiert in sich selbst, indem sie sich ausschliesslich über die zur Gänze verglasten Innenhöfe dem Licht öffnet, deren kaum wahrnehmbares Gewebe den unbeugsamen Widerstand des Erdbodens durchdringt; die einzige Konzession an die Aussenseite besteht aus hauchdünnen schwarzen Schnitten, welche der Haut aus Kohlefaser, abgeschirmt von einem kompakten und dennoch durchscheinenden Gitter, damit die dichte Solidität des Monoliths keine Schrammen davonträgt, zugefügt sind. Mit Alessandro Stroligo (Chapman Taylor), Mauro Dell’Orco, Andrea Cattacin.

Geschützen Wohnungen und Gesundheits-und Sozialsprengel, Bozen

2013

Das Gebäude befindet sich im neuen Stadtteil "Casanova", wo es zwischen zwei Wohnhäusern mit beträchtlichen Ausmassen eingefügt ist und in den Obergeschossen geschützte Wohnungen beherbergt, während die unteren Stockwerke für einen Gesundheitsbezirk sowie ein Zentrum für Gemeinschaftsentwicklung bestimmt sind. Bei dieser Baumassnahme handelt es sich um ein architektonisches Objekt, das als öffentliches Gebäude innerhalb des Stadtviertels umgehend die Aufmerksamkeit auf sich lenkt. Die Fassaden präsentieren sich wie ein geneigtes Band, welches sich fortlaufend nach Oben zieht und dabei das monolithische Volumen umfasst und verkleidet, während es gleichzeitig die für öffentlichere Belange vorgesehenen Areale frei legt und diese dadurch transparenter wie auch direkt nutzbar macht. Da das Gebäude im Hinblick auf die Strasse etwas nach hinten versetzt ist, wird es von viel Grünraum umgeben, der sich auch im Innern des Hauses bemerkbar macht und die Kellergeschosse durch Gärten aufwertet, die für natürliches Licht sorgen sowie die Wechselwirkung zwischen dem Gebäude und den umliegenden Parkflächen hervorheben.

Unterirdische Schule für Sozialberufe "Hannah Arendt", Bozen

2008 - 2013

Das Projekt nimmt seinen Platz im Zentrum der Stadt ein, in einem Teilstück des äusseren Gartens der bereits bestehenden Schule. Die neue Erweiterung wird von der Masse des historischen Kapuzinerklosters überlagert und öffnet sich in Richtung des angrenzenden öffentlichen Gartens. Um diesen wertvollen Kontext nicht zu beeinträchtigen, hat sich als einzige Lösung zur Erweiterung der Schule für Sozialberufe "Hannah Arendt" die einer unterirdischen Architektur heraus gestellt, welche im regenerierenden Herzen der Erde eingebettet und zudem in der Lage ist, sich von einem Raum, der enthält, in ein Objekt, das enthalten wird, zu verwandeln, also eine intime Beziehung mit der Erde selbst einzugehen. Dabei wurde versucht, die unvermeidlichen Vorurteile hinsichtlich eines unterirdischen Baus, der üblicherweise als Fremdkörper in der Beziehung mit der Umgebung und dem Licht gedacht wird, beiseite zu lassen und stattdessen ein Objekt zu schaffen, in dem der leere Raum die Form zeichnet und wo das Licht sich einfangen, zuschneiden und ins Innere der Struktur selbst leiten lässt. Der Garten, der der überdeckung dient, ist tatsächlich übersät mir Schnitten, Schlitzen und durchscheinenden Stellen, durch die das Licht eingefangen und gefiltert wird, um mit den unterirdischen Oberflächen zu spielen. Die interne Struktur ist sehr einfach, gleichsam auf ein Koordinatensystem reduziert: die gemauerten Oberflächen werden zu geraden, als Vorstellung ins Unendliche ausgedehnten Linien, geometrische Schöpferinnen und Plastiken der unterschiedlichen didaktischen Räumlichkeiten.

Neue Grundschule von Colognola ai Colli (VR)

2009

Das Studium der Entwicklungsform einer Innenansicht zieht seine erste Inspirationsquelle aus der Beobachtung des umliegenden Geländes. Insbesonders die im Osten der Bauparzelle liegenden Hügelkette suggerieren eine Form, die uns spontan an ein Herz erinnert; sie entwirft den Raum des Innenhofes der Schule, umschliesst diesen in einer Umarmung und macht ihn zu einem geschützten Bereich, ohne ihn deshalb durch eine klobige Absperrung zu beschweren. Die Erscheinungsformen der internen Ansichten sowie der puren Volumina des neuen Schulgebäudes werden von einem wechselseitigen Spiel der Facetten und irregulären Formen bestimmt, wobei keine der anderen gleicht und alle unterschiedliche Verzerrungen aufweisen. Was die Distribution betrifft, so besteht die Schule aus einem Körper auf zwei Ebenen, der didaktische Funktionen wie auch diverse Dienstleistungen beherbergt. Die grosse, weitläufige Eingangshalle hingegen befindet sich auf einer einzigen Ebene, von der aus man auf der einen Seite Zugang zu den ebenerdigen Hörsälen sowie zum vertikalen Verteilersystem hat und auf der anderen Seite Fachunterrichtsräume und Multifunktionssäle betritt. Con Girpa spa (mit Girpa AG)

Archimod, Bozen

2009

Das Gebäude befindet sich in der Giottostrasse in Bozen und wurde auf einer rechteckigen Parzelle mit Ausrichtung auf die kurzen Seiten erbaut. Errichtet am Ende der 90er Jahren, diente der Bau, der aus einem Kellergeschoss und vier oberirdischen Geschossen besteht, zu Lagerzwecken und für Büroräumlichkeiten. Zur Zeit befindet sich das Gebäude ungeachtet seiner intakten Fassade in einem etwas verwahrlosten Zustand, im Innern herrrscht überhaupt der Rohzustand vor. Um das Gebäude an die neuen Verwendungszwecke der Provinz Bozen anpassen zu können, muss es zur Gänze umgebaut werden, wobei auch Eingriffe an den tragenden Strukturen unverzichtbar sind. Erweitert wird der bestehende Bau durch ein kleines viertes Obergeschoss, in dem Ausstellungsräume für Architekturmodelle der Gebäude des Landes untergebracht werden.

Waterfront auf der Eisack, Bozen

2009

Diese Projektsimulation fügt sich in den grösser gefassten Aufgabenbereich der überarbeitung des Bauleitplanes der Stadtgemeinde Bozen ein, wobei versucht wird, einen der grundlegenden Ansätze des zukünftigen Planes zu visualisieren und zu demonstrieren: das Flusssystem als Rückgrad des Erbauten, um alle Teile der Stadt zu verbinden und ihnen neuen Wert zu verleihen. Kurz gesagt, der lineare Park entlang der Ufer der Eisack wird zur Leitlinie der städtischen Neuorganisation, auf der eine Reihe von Zentralitäten mit Blick auf das Wasser untergebracht sein werden, welche durch das Wasser eine neue und spezifische Identität verliehen bekommen, und zwar sowohl in urbaner als auch architektonischer Hinsicht. Auf diese Art und Weise wird die Stadt sich ihre Wasserläufe wieder aneignen können und diesen neuen Wert verleihen, sowohl im Sinne von urbanen Arterien als auch als Grünflächen und Freizeitgelände. Im Detail gesehen bestimmt die Projektidee einen linaren Park der Eisack entlang, wobei im Bereich des Zusammenflusses zwischen Eisack und Talfer der neue Schwerpunkt des Flusssystems ausgemacht worden ist, an dem die Errichtung wichtiger infrastruktureller und baulicher Strukturen vorgesehen ist. Es wird durch die Errichtung eines "Forschungsturmes" ein vertikaler städtebaulicher Knoten in Erwägung gezogen, der befähigt ist, auch optisch die neue Zentralität der Stadt zu verkünden. Auf der gegenüberliegenden Seite des Flusses sind Bauten zu besonderen Aufenthaltszwecken angedacht, etwa für Forscher und Studenten, welche durch die neue Rad- und Fussgängerbrücke mit dem gegenüberliegenden Forschungsviertel verbunden sind. Das auf beiden Ufern der Eisack vorgesehene bauliche System bestimmt einen grossen "Wasserplatz", der zum Kern dieses neuen Stadtschwerpunktes werden wird.

Neue Thermische Restmüllverwertungsanlage, Bozen

2004 - 2013

Bei der Bewältigung der Planung angesichts der örtlichen Gegebenheit am Eingang der Stadt hat man versucht, so weit wie möglich den Effekt des grossen Industriekomplexes zu vermeiden, vielleicht gar noch mit rauchenden Kaminen und einer bedrohlichen wirkenden Masse im Vordergrund. Aus diesem Grund hat man versucht, wenigstens optisch die grossen Volumetrien, die auf dem Spiel standen, zu vermeiden und dem Ganzen ein mit der Umgebung zusammen hängendes Aussehen zu verleihen, das kaum als "Fabrik" definiert werden kann. Man hat sich dazu entschieden, eine neue Landschaft zu erschaffen, die morphologisch als "künstliche Natürlichkeit" definiert werden kann: eine Art neuer Hügel, derbefähigt ist, sich in die Skyline der umstehenden Berge einzufügen und gleichzeitig von einem wichtigen natürlichen Territorium erzählen kann, indem er Formen, Linien und Farbe hervorbringt, die einen wichtigen Teil des Umweltsystems des Talkessels von Bozen ausmachen. Der Gebäudekomplex besteht zusammenfassend aus zwei grossen Volumina, die den Hauptausrichtungen des Bauloses folgen in Richtung Autobahn auf der einen Seite und entlang des Flusses Eisack auf der anderen. Mit TBF ingegneri, Antonio Ianeselli

Neues Gymnasium Sigonio, Modena

2008

Folgt man dem Verlauf des Bebauungsplans der Altstadt, ist es möglich, die Verteileranlage des Schulkomplexes zu schematisieren, indem man gemäss der Achsen der römischen Stadtanlage des Cardo und des Dekumanus den Hauptverlauf und die Nebenstrecken unterteilt. Daher kann eine Hauptachse mit ost-westlicher Ausrichtung unterschieden werden, die von einem doppelten Korridor oder "interner Promenade" gekennzeichnet wird, welche die sekundären Strecken verbindet und als Angelpunkt des Verteilersystems fungiert. Diese "innere Promenade" zeichnet sich nicht nur als Durchgangs- und Verbindungsstrasse aus, sondern auch als Katalysator des ausserschulischen Schullebens, denn es ist möglich, sich hier aufzuhalten, sich zu treffen, Informationen einzuholen und Zugang zu den didaktischen Stätten zu bekommen. Die zu dieser Achse senkrecht stehenden fünf Volumen durchqueren und unterbrechen diese Achse, und hier finden die Räumlichkeiten für die Lehrsäle und die Laboratorien Platz. Sie nehmen die historsiche Struktur Modenas der Schiffskanäle und des Transportwesens mit Flotten wieder auf, die Metapher einer Reise auf dem Wasser wurde eingeführt: so wird der didaktische Weg zu einer "Bildungsreise" und das Mittel, durch das diese Reise ermöglicht wird, nimmt die besonderen Merkmale des Bootes oder besser gesagt des "Schiffs" an, das auf dem Meer des Bewusstseins schwebend vor sich hin gleitet. Kurz gesagt: fünf "Schiffe", eines pro Jahr, die eng verbunden und dennoch unabhängig voneinander harmonisch durch die Leere segeln. Die Neigung der Volumina, die gleichsam dem benachbarten Element übertragen wird eine gewisse Verschiebung derselben bestimmen eine Art harmonische Welle, die an die Bewegung der im Küstenbecken schaukelnden Boote erinnert. Die Verschiebung der Ebenen zwischen den Gebäuden fördert die Beleuchtung der unteren Geschosse, während die Abfolge der Volumina, unterbrochen von grünen Innenhöfen, gleichsam ein Eindringen des Parks ins Gebäudeinnere erlaubt, was letztlich keine Schule mit Grünraum sondern eine "Schule im Grünraum" verspricht.

Umbau des Bürogebäudes ’ehemalige Handelskammer’, Bozen

2008 - 2013

Das oben genannte Gebäude befindet sich in der Perathonerstrasse 8/B in Bozen (B.P. 2777 KG Zwölfmalgreien) und besitzt drei auf der Garibaldistrasse gelegene Eingänge. Realisiert am Ende der 70er Jahre nach einem Projekt des Architekten Marastoni an der Stelle der alten Hauptgarage, von der sich noch ein Teil im ersten Untergeschoss befindet, zeichnet sich das Gebäude durch eine Fassade aus Kupfer und geneigte Glasflächen aus und war seit jeher Sitz von Büroräumlichkeiten: ursprünglich die Handelskammer, Banca di Roma, Garage Centrale und IFI. Das Gebäude besteht aus vier Untergeschossen und sechs oberirdischen Stockwerken. Von den Massnahmen betroffen sind die Räumlichkeiten der ehemaligen Handelskammer und der Banca di Roma im ersten Untergeschoss, im Erdgeschoss, im zweiten, dritten, fünften und sechsten Stockwerk. Diese müssen neben der bereits bestehenden Kantine zur Seniorenspeisung auch eine Kantine für die Angestellten der Provinz, die Dienststelle für "Anmeldung von Bauteilen aus Stahlbeton oder Stahl"; die Büros der Autonomen Provinz Bozen und das Archiv der Dienststelle für Zwei- und Dreisprachigkeitsprüfungen aufnehmen.

Handelszentrum polo, Bozen

2003 - 2006

Der Gebäudekomplex des Polo befindet sich, was Verkauf, Leitung und Logistik in der Galvanistrasse betrifft, auf zwei Parzellen des Geländes der früheren IVECO im Gewerbegebiet von Bozen Süd. Das Gebiet liegt in einer verkehrstechnisch günstigen Lage: die Nähe zur Autobahnausfahrt und zum Flughafen wie auch zur Eisenbahnhaltestelle Bozen-Messe; zudem fügt das Areal sich in ein Gewerbegebiet ein, das vom Vorhandensein starker öffentlicher Strukturen geprägt ist (neue Messe, Büros der Stadtverwaltung, Palaonda etc.), welche eine spürbare urbane Veränderung des Gewerbegebiets der Stadt in die Wege leiten. Dieser grosse Gebäudekomplex zeichnet sich durch seine Kompaktheit und das abgetrennte erste Obergeschoss aus, das zu Bürozwecken dient und deren Charakteristik in der schwarzen Ausarbeitung des gelochten Sonnenschutzblechs liegt. Auf der Aussenseite wird der Bau von den "verglasten Wintergärten", welche das Verhältnis zur Aussenwelt filtern und von vertikalen Schnitten, die als Lüftungskamine für die unterirdischen Parkplätze dienen, gekennzeichnet. Die innere Aufteilung wird durch den "ovalen Hof" organisiert, auf dem sich Spazierwege, Treppen und Hebebühnen kreuzen, die zu unterschiedlichen und flexiblen funktinalen Räumen führen. Das ganze Projekt dreht sich um diesen grossen zentralen Hof, mit Wänden aus Glasbeton und einer verglasten Verdachung, ein Ort, an dem man sich trifft und sozialisiert, und der in der Lage ist, auf ungewöhnliche Art und Weise der Anforderung nach "Privatspäre" nachzukommen, bevor man das organisierte Chaos des Kaufbereichs betritt.

Neues Realgymnasium, Suzzara (MN)

2004 - 2007

Das Gebiet präsentiert sich wie der Ausgangspunkt einer möglichen "Zentralität" im Besitz von "sichtbaren" Bezugspunkten, die sowohl natürlich wie die umliegende Vegetation oder künstlich wie der kleine "Konvent" der bestehenden Schule und der angrenzende Friedhof sind. Es ging unter anderem darum, einen "Ort" und nicht nur eine einfache dimensionale Erweiterung eines grossen Schulkomplexes zu schaffen. Es ist wichtig, die richtigen Beziehungen zwischen Form, Umwelt und Menschlichkeit zu finden, welche es ermöglichen, didaktische und kulturellen Aktivitäten in Bewegung zu setzen, treibende und mitreissende Kräfte zu sein. Es ist notwendig, dass ein Gebäude eine starke symbolische Kraft übernimmt und sich selbst repräsentiert: daraus geht das Thema des "roten Labyrinths" hervor, verstanden als Wegstrecke von Bildung und Forschung und dazu befähigt, sich sowohl durch eine ideale Fortsetzung der Wandscheiben als auch durch die erzieherischen und didaktischen Produkte nach Aussen hin zu projizieren. Das Gebäude stellt sich als autonomes und in das System des bestehenden Schulzentrums integriertes Element dar, jedoch mit einer ganz persönlichen morphologischen und chromatischen Beschaffenheit, wodurch es gleichzeitig zum Eingangstor des gesamten Komplexes wird. Was die Aussenansicht betrifft, überwiegt die Sichtbarkeit der Farbe und die Geradlinigkeit der Wandscheiben, welche Verbindungstransversalen mit dem Inneren bilden; und es geschieht im Innern, dass das System der Flächen und Lichtkegel den Reichtum und die räumliche Komplexität hervorhebt, was die Verbindung einer hohen Lebensqualität mit guten zwischenmenschlichen Beziehungen möglich macht. Mit Roberto D’Ambrogio

Schulkomplex Don Bosco-Montecassino, Bozen

2002 - 2007

Der Schulkomplex Don Bosco-Montecassino besteht aus zwei Schulgebäuden, einer Sportanlage, die auch der Schule zur Verfügung steht sowie aus einem grossen Park-Garten mit Erholungseinrichtungen. Im Inneren des Komplexes befindet sich neben Kindergarten, Kindergrippe und Grundschule auch ein grosser Gebäudekomplex, in dem eine Sporthalle, ein neues Hallenbad und die zugehörigen Nebenräume untergebracht werden können. Entlang der Montecassino-Strasse wurde ein neuer Doppelbau errichtet, der in der Lage ist, die neue Sporthalle, das Hallenbad und die Werkstätten zur Unterstützung der Grundschulklassen zu beherbergen. Zur Realisierung dieses letzten Geschosses, wo sich die neuen didaktischen Räumlichkeiten befinden, wurden die Sportanlagen teilweise unterirdisch angelegt (etwa 3 Meter unter der Beziehungsquote des Terrains), wobei eine gute äussere Sicht und eine ausgezeichnete natürliche Beleuchtung beibehalten werden konnten. Sporthalle und Schwimmbad werden auch von der Stadt und dem Stadtviertel für diverse Sportveranstaltungen, zur Rehabilitation und zu Freizeitzwecken benutzt, was durch das Einfügen eines beweglichen Bodens auf der Gesamtfläche des Beckens ermöglicht worden ist. Das Projekt des Umbaus des Schulkomplexes Don Bosco-Montecassino ist Teil des weiter gefassten Wiedergewinnungsprojekts des Viertels, das von der Stadtveraltung gewollt wurde, um erneut ein Gleichgewicht zwischen den unterschiedlichen Teilen der Stadt herzustellen und um die dichter besiedelten wie auch am Stadtrand gelegenen Viertel aufzuwerten. Mit Andrea Fregoni

Olympische Eishalle, Torre Pellice (TO)

2002 - 2005

Der hauptsächliche formale Bezugspunkt des Gebäudes lag im Ambiente, verstanden als Summe der formalen, historischen und kulturellen Werte dieses Ortes: das Profil der umliegenden Berge, die Farbe der Felsen, das Grün und die botanischen Essenzen definieren ein neues Volumen, das sich in drei grosse, augenscheinlich gedenksteinartige Blöcke gliedert, einer in den anderen hinein gebaut, gleichsam einer der Erde entspringenden Felsformation. Die drei Blöcke sind drei unterschiedlichen achsengemässen Ausrichtungen angeordnet, nicht zufällig, sondern latent bereits im bestehenden Bausystem vorhanden: die "croix de ville", die Hauptverkehrsader Richtung Berg, auf der die Gemeinschaft der Waldenser ihre Symbole und ihre Grenzen der Grundes erreichtet hat. Das Gebäude befindet sich mittig auf der Parzelle, um zwei grosse Plätze abzugrenzen, jenen urbanen, der sich vor dem Gebäude befindet und zum Empfangsraum bestimmt ist und den grünen Platz Richtung Tal, der als Sportplatz und für das Training im Freien dient. Im Inneren scheinen die Plätze dank der von den erhöhten Tribünen sichergestellten Transparenz eine natürliche Verlängerung der Spielstätte zu sein und während der täglichen Verwendung nimmt das äussere Ambiente an jenem innen liegenden teil. Die Wurzeln des Ortes bestehen daher abgesehen von den Materialien in der Beziehung zum Aussenlicht, denn diese stellt eine einen Grad an Lebensqualität sicher, der auch zu einer geistigen Dingen gewidmeten Verwendung der Sportstätte passen würde. Mit De Ferrari Architetti, Studio Lee

Olympischer Eispalast, Corso Tazzoli (TO)

2002 - 2005

Das Projekt verfolgt keine einfachen funktionalen Schemata oder technologischen Prahlereien, da es mit dem Stadtteil und der Stadt in Zwiegespräch treten will. Der Eispalast präsentiert sich als ein flexibles Gebäude, das in der Lage ist, den mit dem Eislauf verbundenen sportlichen Aktivitäten einen würdigen Rahmen zu verleihen und deren Ausübung bestens zu ermöglichen, wodurch es einen der bedeutsamen Pole darstellt, welche die Umformung des Ambientes rechtfertigen. Es wurde versucht, das Gebäude als ein "Eistheater" anzulegen, das dazu geeignet ist, funktionale Leistungen einer modernen Eishalle mit architektonischen Elementen, die mit dem kollektiven Gedächtnis der Stadt Turin verbunden sind, zu vereinen. In Form und Material werden Orte in Erinnerung gerufen, welche die kollektive Vorstellungswelt als urbanes Symbol im Gedächtnis trägt, so etwa das königliche Theater oder der Carignano-Palast; die grosse gekrümmte Mauer, aufgrund der verglasten Fassade auch von Aussen gut sichtbar, stellt ein architektonisches Bild dar, das mit den im Blick liegenden industriellen Bauweisen, bestehend aus banalen Schachteln in unverputztem Beton, in Antithese steht. Im Inneren trennt die Mauer aus Ziegeln physisch und sichtbar das Foyer vom erhabenen Rang der umfassenden Stiegen und von der Eislauffläche. Mit De Ferrari Architetti, Studio Lee

Internat und Kindergarten "Rosenbach", Bozen

2001 - 2009

Das Gebäude befindet sich im Zentrum Rosenbach im Viertel Oberau in Bozen und liegt in paralleler, doch ein wenig nach hinten versetzter Lage zur Claudia Augusta Strasse, wodurch gemeinsam mit den anderen öffentlichen Gebäuden des Baugeländes ein neuer Platz definiert werden kann. Der neue Bau ist dazu bestimmt, zwei Funktionen innezuhaben: Kindergarten im Erdgeschoss und Internat für Studenten in den beiden Obergeschossen. Das Erdgeschoss ist derart strukturiert, dass es durchlässig ist und die Verbindung zwischen Platz, öffentlicher Parkanlage und dem dahinter liegenden Wohngebiet sicherstellt. Das Projekt, dessen Konfiguration aus dem Wunsch entsteht, ein gleichzeitig festes und durchscheinendes Element zu schaffen, stützt sich auf zwei stark geschlossene Seitenteile, quasi zwei Stützpfeiler eines Trilite, die gegen den Platz hin zu verschwinden scheinen, als würden sie von der lateralen Architektur einverleibt, wogegen sie auf der Frontseite des Parkes an Kraft gewinnen, indem sie sich gelb und rot färben, was den Eindruck erweckt, als würden sie vermittels eines Spiels von Licht, Schatten und Einbuchtungen über dem Boden schweben. Das rote Element wird zudem weiter geführt und verändert sich sichtbar in einen horizontalen "Balken", der der dahinterliegenden Terrasse als Brüstung dient. Das verglaste Rechteck erfindet die "Leere" aufs Neue, indem es sie zwischen kristallklaren Wänden einschliesst, was den Blick durch ein Wechselspiel von Durchlässigkeit nach innen und Widerspiegelung des umliegenden Ambientes verwirrt, wobei durchsichtige, emaillierte und sandgestrahlte Verglasungen verwendet werden.

Handwerkerzentrum ’Torricelli’, Bozen

2000 - 2005

Die geringen Abmessungen der Fläche, die unterzubringenden Betriebe sowie die funktionalen Anforderungen erlaubten nicht die geringste "Verschwendung" von Boden, was uns dazu gebracht hat, einen mehrstöckigen Produktionskomplex zu entwerfen, der durch Fahrzeugrampen zugänglich ist. Diese Produktionsstruktur präsentiert sich wie ein grosses, durchscheinendes, einheitliches und kompaktes Volumen, das in der Lage ist, die Arbeit der dort ansässigen Betriebe zur Schau zu stellen, mehr noch als deren Endprodukte, kurz gesagt, ein "Schaufenster" mit Blick auf die Arbeit in direktem Kontakt mit der urbanen Aussenwelt. Die morphologische Konfiguration wird durch die Technologie der äusseren Oberflächen bestimmt, welche aus Glaskassetten (30x30 cm) bestehen, trocken auf einem Gitternetz aus Aluminium montiert, um der Fassade eine unabhängige Bewegung zu ermöglichen und um die Bwegungen der tragenden Struktur nicht zu absorbieren. Im Handwerkszentrum Torricelli schaffen die unterschiedlichen Funktionen (Werkstätten, Büros, Geschäfte, Wohnungen etc ecc.) einen urbanen Ort, wo sich Arbeit, Erholung und Geselligkeit treffen und miteinander leben, wodurch ein Funktionalität alleine zu Produktionszwecken vermieden wird, welche diese Teile der Stadt zu "Un-Orten" degradieren könnte.

Neuer Bahnhof Bozen Messe, Bozen Süd

1997 - 1999

Anlässlich der Verlegung der Messe von Bozen auf das Handelsgelände Bozen Süd hat die Landesverwaltung die Anbindung an die Stadtmitte vermittels der angrenzenden Eisenbahnlinie Bozen-Meran entschieden. Mit der neuen Eisenbahnhaltestelle Bozen-Messe, welche durch einen Fussweg direkt mit der Messe verbunden ist, wird nun auch das gesamte Gewerbegebiet durch eine Art oberirdische Untergrundbahn besser versorgt. Das Projekt des neuen Bahnhofes ist sehr komplex, da die Haltestelle sich auf der Eisenbahnüber-führung befindet (etwa 5 Meter oberhalb der Strassenlage), und es wird von der Tatsache erschwert, dass es nicht möglich war, die neue Bahnsteigüberdachung an der überführung selbst zu verankern oder dort anzulehnen. Es wurde daher notwendig, den neuen Bahnhof sowohl aus statischen Grün-den als auch, um die neue Haltestelle mit dem für intermodale Parkplätze vorgesehenen Tiefgeschoss zu verbinden, fest auf der Erde zu verankern. Mit dem neuen Bahnhof konnte man ein neues Gebäude (eingerichtet für den Wartesaal, die Haupt-treppe und eine Mehrzweckhalle) mit Fassade aus Glasbeton realisieren, um diesen als bauliche Kulisse im Hintergrund des neuen Eingangsplatzes zum neuen Messeviertel zu gestalten.

Verwaltungs- und Produktionskomplex ’Galvanicentre’, Bozen

1995 - 2001

Die unterschiedlichen Funktionen, die unterschiedlichen Anforderungen und die grosse Anzahl an Handwerksbetrieben, die im GalvaniCentre untergebracht sind, lassen eher an eine kleine Stadt der Arbeit denken als an grosses und konturloses Fabrikationsgelände. Ein Ort mehr noch als ein Gebäude, wo es möglich ist, zu arbeiten, zu leben und sich im positiven Sinne mit der Arbeit und deren Ausführenden in Beziehung zu setzen. Der gesamte Komplex ist wie ein Stück der Stadt angelegt und organisiert, mit Strassen und Fussgängerwegen, kleinen Plätzen und öffentlichen Terrassen, damit während des ganzen Tages und das ganze Jahr hindurch anstelle einer geschlossenen und nach Feierabend sofort unbelebte eine offene und lebenswerte Struktur entsteht. Die zwei hauptsächlichen Körper der Fabrik, eine mit den Büroräumlichkeiten und den Wohnungen, die andere mit Werkstätten wurden unter Beibehaltung einer präzisen und spezifischen Morphologie auch physisch durch ein "Einfassungsmauerelement" verbunden, das in der Lage ist, das Bild der "Stadt der Handwerker" verstärkt nach Aussen zu vermitteln.

Haus Stevanin, Jenesien (BZ)

1995-1997

Diese Wohnanlage zeichnet sich durch Eleganz, bauliche Qualität und eine wohl gestaltete Beziehung zum umliegenden, leicht abfallenden Gelände aus. Dabei zählen Symmetrie und Einfachheit zu den stilgebenden Elementen des Projektes. Zudem wird der südlich ausgerichteten Vorderfront des Gebäudes durch das Zusammenspiel der Terrasse im ersten Stock und dem darüberliegenden Volumen einer zweiten Etage der Anschein einer organischen, auf gewissen Weise "lebendigen" Ganzheit verliehen. Der äussere Block besteht zur Gänze aus unverputztem Stahlsichtbeton, aufgelockert durch Fenster und Türen aus Alumnium. Die metallische Abdeckung hingegen, ausgeführt im Sinne eines kurvenförmigen Querschnittes, ist mit Dämmplatten aus Aluminium verkleidet. Das Gebäudes bietet Platz für zwei Wohneinheiten, wobei die Hauptwohnung aus den ersten beiden Etagen besteht, deren Aufenthaltsbereich sich jedoch über zwei durch die Haupttreppe verbundene Geschosse erstreckt. Durch eine grosszügige öffnung in der Decke des Obergeschosses wird eine visuelle Rundum-Nutzung des gesamten zweigeschossigen Volumens ermöglicht, wobei das Gebäude auf diese Art und Weise auch von dieser effizienten natürlichen Lichtquelle profitiert und die oberste Ebene in drei unterschiedliche, die zentrale Leere umfassende Areale unterteilt wird. Der vierte Teil dieses internen "Hofs" wird durch die Terrasse im ersten Stockwerk bestimmt, die durch Glastüren beidseitig zu betreten ist und darüber hinaus einen kontinuierlichen Verlauf rund um besagte Leere darstellt. Die Nebenwohnung in der zweiten Etage kann durch eine spezielle Treppe direkt von aussen betreten werden und ist rechteckig angelegt, wobei zwei Drittel auf der Ost- und Westseite von Terrassen flankiert werden.

Die neue Messe, Bozen

1991-1998

Der Vorschlag entspringt dem Wunsch, ein rigides Volumsbehältnis zu definieren, das dazu befähigt ist, sich durch eine einfache und stille Klarheit im äusseren zu behaupten, aber auch in der Lage ist, in dessen Innerem die Komplexität einer aktiven und lebendigen Struktur zu entwickeln; wo die "Mauer" die Rolle als Schnittstelle zwischen zwei Realitäten darstellt: eine äussere in urbanem Massstab, mit der man in Dialog treten, sich aber auch "beschützen" kann, um die eigenen Identität geltend zu machen und eine innere, die als Treffpunkt einladend wirkt. Das Projekt der neuen Messe, das als bauliche Lösung seinen Anfang hatte, um den ausstellungs- und messetechnischen Erfordernissen der Stadt Bozen einen passenden Ort zu verleihen, hat sich im Laufe der Jahre zu einer stadtbautechnischen Massnahme in grossen Stil entwickelt. Die städtebaulichen Entscheidungen hatten die Messe in einem anonymen Baulos des Industriegebiets ausgemacht und erst infolge der Notwendigkeit, auf diesem Gebiet auch den im Hinblick auf die Weltmeisterschaften in Eishockey nötigen Eispalast unterzubringen, wurde ein Prozess der Veränderung dieses Gebietes in die Wege geleitet, der durch die Realisierung der Haltestelle der Eisenbahn, der unterirdischen Garage, des grossen Eingangsplatzes, der Fussgängerzone und des Radweges und letztlich auch durch das Hotel vervollständigt worden ist, wobei das Gebiet in eine wichtige und zentrale Stelle verwandelt wurde, die im Dienste des gesamten regionalen Territoriums steht. Mit Roberto D’Ambrogio

Eispalast ’palaonda’, Bozen

1991-1993

Die von der Funktion bestimmte Dimension kann für die Architektur bestimmend werden. Denn oft ist es schwierig, die grossen Behältnisse für den Sport, oft geschlossen und isoliert, urbanen Massstäben anzupassen und meist bieten diese auch wenige menschliche Berührungspunkte. Indem wir uns "vom blinden Winkel des Funktionalismus" weg bewegt haben, wurde nach einen neuen Ansatz gesucht: der einengenden Charakterisierung der eigentlichen Anlage im Sinne einer grossen und bedeckten Sportstätte, welcher der Anspruch auf Multifunktionalität (Eishalle und auch Messe- und Ausstellungsraum), zusätzliche Komplexität verlieht, wurde eine Suche nach der Unterschiedlichkeit von Morphologie und Funktion, innerem Behältnis und äusseren Abbild, von grössenmässigen Anforderungen (7200 Zuseher) und Einschränkung des Raumbedarfs ausserhalb der Erde entgegen gesetzt, um zu einem Baukomplex zu gelangen, der "Tür" zu einem grossen öffentlichen Gelände ist. Auf diese Art und Weise fungiert das Palaonda als zweiter Eingang des neuen Messegeländes und charakterisiert jenen Teil des Gewerbegebietes seht stark. In jedem Fall bleiben die auf die Spitze getriebenen Grössenverhältnisse eine der technisch-baulichen Charakteristika des Eispalastes: so decken etwa die grossen Brettschichtbalken der Dachung eine Weite von 60,00 Metern und verfügen über eine Höhe von 7,30 Metern. Mit R.D’Ambrogio, S.Bassetti, S.Franchini, F.Anesi, E.Lee